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Über uns

FriedensFrauen Weltweit ist eine international tätige feministische Friedensorganisation mit Sitz in Bern und einer Geschäftsstelle in Kolumbien. Wir unterstützen Frauen und feministische Friedensakteur:innen in Kontexten, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind, in ihren vielfältigen Bemühungen um nachhaltigen Frieden. Um ihre gleichberechtigte und massgebliche Beteiligung in allen Phasen von Friedensprozessen sicherzustellen, machen wir ihre Visionen und Forderungen sicht- und hörbar, verstärken ihre Bemühungen zur Mitgestaltung von Friedensprozessen und vernetzen Friedensaktivist:innen – sowohl innerhalb konfliktbetroffener Länder als auch über konfliktbetroffene Regionen hinweg.

Organisation

FriedensFrauen Weltweit ist eine international tätige feministische Friedensorganisation mit Sitz in Bern, Schweiz. Die Initiative «1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005» markiert den Beginn unserer Organisation. Heute unterstützen wir weltweit Frauen in von bewaffneten Konflikten betroffenen Kontexten in ihren vielfältigen Bemühungen um den Aufbau eines dauerhaften Friedens. Gemeinsam setzen wir uns für ein umfassendes Verständnis von Frieden und für die gleichberechtigte und massgebliche Beteiligung von Frauen in allen Phasen von Friedensprozessen ein. FriedensFrauen Weltweit wurde 2006 als gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht gegründet.

Vorstand

Der internationale Vorstand ist für die strategische Leitung des Vereins FriedensFrauen Weltweit zuständig. Er setzt sich zusammen aus einem Schweizer Ausschuss und Mitgliedern aus der ganzen Welt. 

Team

Unsere Teams in Bern (International Office) und in Bogotá (Kolumbien-Büro) unterstützen unsere lokalen Partner:innen bei der Gestaltung von Programmen zur Friedensförderung in verschiedenen Kontexten und in unterschiedlichen Phasen von Friedensprozessen, nämlich bei der Friedensförderung während bewaffneter Konflikte, bei der Friedensförderung während Friedensverhandlungen und bei der Friedensförderung nach bewaffneten Konflikten.

Geschichte

Unsere Geschichte beginnt mit einer mutigen und visionären Idee: 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis nominieren, um der weltweiten Friedensarbeit von Frauen mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen. Aus der Initiative «1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005» entstand ein globales Netzwerk von Friedensaktivistinnen – und unsere Organisation.

Partner:innen

Als feministische und global vernetzte Organisation sind unsere Partner:innen unerlässlicher Teil unserer Tätigkeit, ob in der Schweiz oder im Ausland.

Programmpartner:innen

Als international tätige Netzwerkorganisation unterstützen wir unsere lokalen Partner:innen in enger Zusammenarbeit bei der Gestaltung von Programmen zur Friedensförderung in verschiedenen Kontexten und in unterschiedlichen Phasen von Friedensprozessen. Wir arbeiten mit einer Vielfalt an Organisationen im Ausland – von der lokalen Basis-Organisation bis hin zur national tätigen Nichtregierungsorganisation. Uns verbindet die feministische Vision einer friedlichen Welt, in der sich alle Menschen sicher fühlen. 

Programme

Unsere Programme schaffen Räume, in denen Frauen ihre vielfältigen Bemühungen für einen dauerhaften Frieden weiterentwickeln und vorantreiben können. Unser Ziel ist die volle, gleichberechtigte, massgebliche und sichere Beteiligung von Frauen in allen Phasen von Friedensprozessen. Gemeinsam mit ihnen treten wir für ein feministisches Verständnis von Frieden ein, das Machtverhältnisse hinterfragt und transformativen Wandel anstrebt.

Ukraine

Frauen fordern Sicherheit – und Frieden

Im Osten der Ukraine herrscht seit 2014 Krieg; 2022 weitete Russland seinen Angriffskrieg auf weitere Teile des Landes aus. Bereits im Sommer 2021 lancierten wir ein Pilotprogramm mit Frauen in konfliktbetroffenen Gemeinden entlang der damaligen Kontaktlinie zwischen Russland und den besetzten Regionen in der Ostukraine, wo Frauen seit Jahren von grassierender Armut, sozialer Unsicherheit und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Unser Ukraine-Programm gab ihnen den nötigen Raum, um gemeinsam Strategien für einen sicheren Alltag und eine gleichberechtigte Teilhabe an der Friedensförderung zu erarbeiteten. Wir führen mit ihnen während des Krieges die Friedensarbeit weiter.

Olena Zinenko: «Es ist unsere Aufgabe, Forderungen für das Leben zu stellen»

2. Jahrestag des Ukraine-Krieges

Im Februar 2022 hatten wir gerade ein Interview mit unserer Programmkoordinatorin Olena Zinenko in der Ukraine fertiggestellt. Zwei Tage später griff die russische Armee an. Kurz vor dem zweiten Jahrestag erinnert sich Olena an ihren Schockzustand in den ersten Tagen und Monaten des Krieges und an den Weg, den sie seither zurückgelegt hat. Sie erklärt auch, wie Gespräche über den Frieden in der Ukraine zu Spaltungen führen können und warum Frauen die treibenden Kräfte für eine zukunftsorientierte «Lebensagenda» sein müssen.

Ukraine: Die Auswirkungen auf Frauen und Männer in der Region

Beitrag von Friedensaktivistin Olga Karatch

Aufgrund des Kriegs in der Ukraine wird die toxische Männlichkeit in der Region zunehmend zelebriert. Infolgedessen befindet sich die männliche Identität in einer schweren Krise, von der Männer und Frauen betroffen sind, schreibt die belarussische Friedensaktivistin Olga Karatch in ihrem Artikel in der 2. Ausgabe unserer Zeitschrift "Feminists Connecting for Peace". Sie listet fünf Wege auf, um diesen patriarchalischen Narrativen zu begegnen.

Valentina Cherevatenko: «Wir wollen Frieden»

«Ich musste mein Herz und meine Seele verschliessen, um zu arbeiten.» Valentina Cherevatenko, russische FriedensFrau, Menschenrechtsverteidigerin und Mitglied von Women’s Initiatives for Peace in Donbas(s) beschreibt ihre Verzweiflung nach dem russischen Angriffskrieg.

Friedensförderung während Friedens­verhandlungen

Trotz des wachsenden Bewusstseins, dass die volle, gleichberechtigte, sichere und massgebliche Beteiligung von Frauen zu nachhaltigeren Friedensabkommen führt, bleiben Frauen weitgehend von formellen Friedensverhandlungen ausgeschlossen. Wir stärken die Beteiligung von Frauen an Friedensverhandlungen, indem wir kreative Wege finden, um formelle und informelle Initiativen von Frauen miteinander zu verknüpfen.

Kolumbien

Inklusive Friedensverhandlungen in Nariño

Wir sind seit 2016 mit unserem Programm Friedensförderung nach bewaffneten Konflikten in Kolumbien tätig. Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP-Guerilla setzen wir uns für die Beteiligung von konfliktbetroffenen Frauen an dessen Umsetzung ein. In unserem 2025 lancierten Programm Friedensförderung während Friedensverhandlungen engagieren wir uns zudem für die Beteiligung von Frauen an laufenden, lokal verankerten Friedensverhandlungen. Frauen und Frauenorganisationen sollen gleichberechtigt an Verhandlungstischen mit lokalen bewaffneten Gruppen miteinbezogen werden.

Sudan

Kompetenzen für Friedensverhandlungen fördern

Mit unserem Pilotprogramm im Sudan vernetzen wir Friedensaktivistinnen in der Region Dilling, im Süden des Sudan, mit sudanesischen Aktivistinnen, die aufgrund der seit 2023 herrschenden Gewalt im Exil leben. Gemeinsam mit unserer Partnerin vor Ort fördern wir den gezielten Ausbau von Kompetenzen, die diese Frauen für ihre volle und massgebliche Beteiligung an Friedensverhandlungen und für einen gesellschaftlichen Wandel einsetzen können.

«Es war eine Ehre, Frauen zu treffen, die mit solcher Kraft für Frieden kämpfen»

Kolumbien-Sudan-Austausch in Bern

Es ist ein zentrales Ziel aller unserer Programme, Verbindungen und den Austausch zwischen Frauen und feministischen Friedensaktivist:innen aus von gewaltvollen Konflikten betroffenen Ländern zu fördern. Um dieses Ziel voranzubringen, luden wir zwei sudanesische und zwei kolumbianische Friedensaktivistinnen in die Schweiz ein. Über vier Tage teilten sie ihre Erfahrungen, Strategien und Ansätze für feministische Friedensarbeit. In Gesprächen mit Entscheidungsträger:innen hoben sie die Herausforderungen hervor, denen Friedensaktivistinnen – insbesondere junge – in ihren Ländern gegenüberstehen, und äusserten zudem ihre Erwartungen.

Nepal

Frauen fordern Teilhabe an der Übergangsjustiz

Frauen leben bis heute mit den vielschichtigen Auswirkungen des zehnjährigen bewaffneten Konflikts, der 2006 mit einem Friedensabkommen beendet wurde. Von den Friedensverhandlungen waren sie jedoch faktisch ausgeschlossen und ihre Beteiligung an den Prozessen der Übergangsjustiz bleibt weiterhin stark eingeschränkt. Mit unserem Programm stärken wir die Handlungsfähigkeit von konfliktbetroffenen Frauen und Jugendlichen und ermöglichen den Zugang zu politischen Entscheidungsträger:innen, damit sie die Regierung in die Verantwortung ziehen, sich endlich mit der gewaltvollen Vergangenheit und deren Auswirkungen auseinanderzusetzen.

Netzwerk

Feminists Connecting for Peace ist unser wachsendes globales Netzwerk von feministischen Friedensaktivist:innen – von Basisaktivist:innen, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind, bis hin zu Frauen, die an formellen Friedensverhandlungen teilnehmen. Seit seiner Entstehung aus der Initiative «1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005» hat sich das Netzwerk zu einer weltweiten Gemeinschaft für feministische Friedensförderung entwickelt. Die Mitgliedschaft im Netzwerk bietet Sichtbarkeit, Sicherheit und Zugang zu Ressourcen.

«Wenn Frauen zusammenarbeiten, können sie Politik und Frieden beeinflussen»

Regionales Netzwerktreffen in Afrika

Mit welchen Hindernissen sind Frauen und feministische Friedensaktivistinnen in Afrika konfrontiert – und welche Möglichkeiten haben sie, diese zu überwinden? Wie können Generationen von Friedensaktivistinnen zusammenarbeiten, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen und dauerhaften Frieden in ihren Ländern und Regionen zu erreichen? Dies waren einige der Fragen, die beim ersten regionalen Treffen des Netzwerks Feminists Connecting for Peace in Afrika diskutiert wurden.

Belarus: dringend notwendige Gespräche über Frieden

Feminist Peace Initiative

Im Mai 2024 organisierte Our House, das belarussische Internationale Zentrum für zivile Initiativen mit Sitz in Litauen, drei Webinare für belarussische Dissidentinnen, um ihnen eine Gelegenheit zu geben, sich zu vernetzen und sich über feministischen Frieden, Friedensförderung, Konfliktprävention, Militarisierung und Sicherheit auszutauschen. Insgesamt 53 Frauen nahmen anonym an den Webinaren teil, um über Frieden, Gewaltlosigkeit und die Herausforderungen zu diskutieren, denen Friedensaktivistinnen in der Region ausgesetzt sind. Dieses Projekt, das mit unseren Feminist Peace Initiatives unterstützt wurde, trug dazu bei, die Solidarität unter den Frauen zu stärken.

Feministische Perspektiven auf Demilitarisierung

Austausch

Von März 2021 bis Juni 2022 führten wir in Zusammenarbeit mit der Women’s International League for Peace and Freedom WILPF eine Workshopreihe zu feministischer Friedenspolitik, Abrüstung und Entmilitarisierung durch.

Eine intersektionale feministische Friedensbewegung in Thailand

Feminist Peace Initiative

Die anhaltende politische Instabilität in Thailand ist geprägt von Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha, zunehmendem Nationalismus und der Fragilität des thailändischen Staates. Verschiedene Gruppen suchen den Dialog und setzen sich für den Frieden ein. Der öffentliche Diskurs ist jedoch von militaristischen Narrativen dominiert und der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft. Eine gemeinsame Antwort von feministischen Netzwerken auf diese Realitäten wäre besonders wichtig. Mit unseren Feminist Peace Initiatives haben wir ein erstes Treffen von Frauen und feministischen Kollektiven zum Aufbau einer Solidaritätsbewegung in Thailand unterstützt.

Israel-Palästina: Den feministischen Dialog weiterführen

Feminist Peace Initiative

Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt kamen jüdisch-israelische und palästinensische Feministinnen mit israelischer Staatsbürgerschaft zusammen, um über die vergangenen Jahre nachzudenken, Analysen auszutauschen und sich alternative, gewaltfreie Zukunftsvisionen vorzustellen. Vor dem Hintergrund des seit zwei Jahren andauernden verheerenden Krieges gegen den Gazastreifen und des anhaltenden regionalen Konflikts im Nahen Osten waren die Diskussionen oft schwierig und schmerzhaft. Sie führten die Teilnehmenden jedoch auch zu der Erkenntnis, dass Räume für feministische politische Diskussionen «kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit» sind.  Wir haben dieses Treffen im Rahmen unserer Feminist Peace Initiatives unterstützt.