Inhalt markiert mit: Feministische Friedensförderung

Über uns

FriedensFrauen Weltweit ist eine international tätige feministische Friedensorganisation mit Sitz in Bern und einer Geschäftsstelle in Kolumbien. Wir unterstützen Frauen und feministische Friedensakteur:innen in Kontexten, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind, in ihren vielfältigen Bemühungen um nachhaltigen Frieden. Um ihre gleichberechtigte und massgebliche Beteiligung in allen Phasen von Friedensprozessen sicherzustellen, machen wir ihre Visionen und Forderungen sicht- und hörbar, verstärken ihre Bemühungen zur Mitgestaltung von Friedensprozessen und vernetzen Friedensaktivist:innen – sowohl innerhalb konfliktbetroffener Länder als auch über konfliktbetroffene Regionen hinweg.

Programme

Unsere Programme schaffen Räume, in denen Frauen ihre vielfältigen Bemühungen für einen dauerhaften Frieden weiterentwickeln und vorantreiben können. Unser Ziel ist die volle, gleichberechtigte, massgebliche und sichere Beteiligung von Frauen in allen Phasen von Friedensprozessen. Gemeinsam mit ihnen treten wir für ein feministisches Verständnis von Frieden ein, das Machtverhältnisse hinterfragt und transformativen Wandel anstrebt.

Friedensförderung während bewaffneten Konflikten

In diesem Tätigkeitsbereich fokussieren wir uns auf den Zeitpunkt, an dem kaum oder gar nicht über Frieden gesprochen wird und sich Narrative vorwiegend um militärische und humanitäre Massnahmen drehen. Aber Friedensarbeit ist nicht erst im Verhandlungsfall aktuell. Die Voraussetzungen müssen lange davor aktiv geschaffen und Friedensabsichten und -visionen erarbeitet werden. Dabei können Friedensaktivist:innen und ihre Netzwerke bereits während eines bewaffneten Konflikts unterstützt werden. So erreichen wir, dass Frauen bereit sind, sich mit der Zeit nach dem bewaffneten Konflikt auseinanderzusetzen und ihre Teilnahme am strukturellen, transformativen Wandel strategisch planen und erwirken können.

Palästina/Israel

Frauen gestalten Friedensverhandlungen mit

Das 2026 lancierte Programm wurde gemeinsam mit palästinensischen und israelischen Organisationen entwickelt, um dem Ausschluss von Frauen aus formellen Friedensverhandlungen entgegenzuwirken. Mit dem Programm unterstützen wir eine Koalition von Frauen, die sich für die Umsetzung der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats und die massgebliche Einbeziehung von Frauen in palästinensisch-israelische Friedensprozesse einsetzt, und ihr öffentliche Aufmerksamkeit verschafft.

Ukraine: Wessen Frieden?

Zum 4. Jahrestag des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine

«Ukraine-Gespräche», «Friedensverhandlungen», «von den USA vermittelte Friedensgespräche»: Seit Wochen berichten die Medien über den sogenannten «Friedensprozess» für die Ukraine unter der Führung der Vereinigten Staaten. Die Berichterstattung ignoriert weitgehend, ob solche Verhandlungen überhaupt wirksam sein können. Sie geht auch nicht auf die Kernfrage ein: Wer entscheidet über die Zukunft der Ukraine?

«Es war eine Ehre, Frauen zu treffen, die mit solcher Kraft für Frieden kämpfen»

Kolumbien-Sudan-Austausch in Bern

Es ist ein zentrales Ziel aller unserer Programme, Verbindungen und den Austausch zwischen Frauen und feministischen Friedensaktivist:innen aus von gewaltvollen Konflikten betroffenen Ländern zu fördern. Um dieses Ziel voranzubringen, luden wir zwei sudanesische und zwei kolumbianische Friedensaktivistinnen in die Schweiz ein. Über vier Tage teilten sie ihre Erfahrungen, Strategien und Ansätze für feministische Friedensarbeit. In Gesprächen mit Entscheidungsträger:innen hoben sie die Herausforderungen hervor, denen Friedensaktivistinnen – insbesondere junge – in ihren Ländern gegenüberstehen, und äusserten zudem ihre Erwartungen.

Was sind Friedensprozesse?

Welche Bilder löst das Wort «Friedensprozesse» bei Ihnen aus? Stellen Sie sich jahrelange Verhandlungen vor, die in einer Zeremonie münden, an der die Konfliktparteien ein Abkommen unterzeichnen, gefolgt vom Foto des Händeschlags, das um die Welt geht? Wir haben dieses gängige Bild hinterfragt und dekonstruiert und uns vertieft mit Friedensprozessen und der Frage auseinandergesetzt: «Wie beeinflussen Frauen Friedensprozesse?» Das Resultat dieser Arbeit ist eine graphische Darstellung der unterschiedlichen Stadien von Friedensprozessen. Mit diesem Instrument wollen wir in den Mittelpunkt rücken, welche Rolle Frauen spielen und wo sie Einfluss nehmen, um Friedensprozesse anzutreiben und Rückschritte zu verhindern.

Netzwerk

Feminists Connecting for Peace ist unser wachsendes globales Netzwerk von feministischen Friedensaktivist:innen – von Basisaktivist:innen, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind, bis hin zu Frauen, die an formellen Friedensverhandlungen teilnehmen. Seit seiner Entstehung aus der Initiative «1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005» hat sich das Netzwerk zu einer weltweiten Gemeinschaft für feministische Friedensförderung entwickelt. Die Mitgliedschaft im Netzwerk bietet Sichtbarkeit, Sicherheit und Zugang zu Ressourcen.

«Wenn Frauen zusammenarbeiten, können sie Politik und Frieden beeinflussen»

Regionales Netzwerktreffen in Afrika

Mit welchen Hindernissen sind Frauen und feministische Friedensaktivistinnen in Afrika konfrontiert – und welche Möglichkeiten haben sie, diese zu überwinden? Wie können Generationen von Friedensaktivistinnen zusammenarbeiten, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen und dauerhaften Frieden in ihren Ländern und Regionen zu erreichen? Dies waren einige der Fragen, die beim ersten regionalen Treffen des Netzwerks Feminists Connecting for Peace in Afrika diskutiert wurden.

Belarus: dringend notwendige Gespräche über Frieden

Feminist Peace Initiative

Im Mai 2024 organisierte Our House, das belarussische Internationale Zentrum für zivile Initiativen mit Sitz in Litauen, drei Webinare für belarussische Dissidentinnen, um ihnen eine Gelegenheit zu geben, sich zu vernetzen und sich über feministischen Frieden, Friedensförderung, Konfliktprävention, Militarisierung und Sicherheit auszutauschen. Insgesamt 53 Frauen nahmen anonym an den Webinaren teil, um über Frieden, Gewaltlosigkeit und die Herausforderungen zu diskutieren, denen Friedensaktivistinnen in der Region ausgesetzt sind. Dieses Projekt, das mit unseren Feminist Peace Initiatives unterstützt wurde, trug dazu bei, die Solidarität unter den Frauen zu stärken.

Eine intersektionale feministische Friedensbewegung in Thailand

Feminist Peace Initiative

Die anhaltende politische Instabilität in Thailand ist geprägt von Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha, zunehmendem Nationalismus und der Fragilität des thailändischen Staates. Verschiedene Gruppen suchen den Dialog und setzen sich für den Frieden ein. Der öffentliche Diskurs ist jedoch von militaristischen Narrativen dominiert und der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft. Eine gemeinsame Antwort von feministischen Netzwerken auf diese Realitäten wäre besonders wichtig. Mit unseren Feminist Peace Initiatives haben wir ein erstes Treffen von Frauen und feministischen Kollektiven zum Aufbau einer Solidaritätsbewegung in Thailand unterstützt.

Israel-Palästina: Den feministischen Dialog weiterführen

Feminist Peace Initiative

Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt kamen jüdisch-israelische und palästinensische Feministinnen mit israelischer Staatsbürgerschaft zusammen, um über die vergangenen Jahre nachzudenken, Analysen auszutauschen und sich alternative, gewaltfreie Zukunftsvisionen vorzustellen. Vor dem Hintergrund des seit zwei Jahren andauernden verheerenden Krieges gegen den Gazastreifen und des anhaltenden regionalen Konflikts im Nahen Osten waren die Diskussionen oft schwierig und schmerzhaft. Sie führten die Teilnehmenden jedoch auch zu der Erkenntnis, dass Räume für feministische politische Diskussionen «kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit» sind.  Wir haben dieses Treffen im Rahmen unserer Feminist Peace Initiatives unterstützt.

Netzwerk: «Unsere Anliegen sind miteinander verknüpft»

Treffen in Asien

Während zwei intensiven Tagen erkundeten 17 Friedensaktivist:innen aus 10 Ländern Asiens die verschiedenen Rollen, die Frauen in der Friedensförderung einnehmen. Für die Teilnehmer:innen war das Treffen in der philippinischen Hauptstadt Manila eine seltene «Auszeit», um ihre Arbeit zu reflektieren, neue Sichtweisen kennenzulernen und die Solidarität über die Grenzen hinweg aufzubauen. Wir diskutierten auch, welchen Mehrwert unser Netzwerk Feminists Connecting for Peace bieten kann, um daraus Erkenntnisse für weitere Netzwerk- und Advocacy-Aktivitäten zu gewinnen.

Feministische Netzwerke: Advocacy mit Ausdauer

Webinar

Im Rahmen des von PeaceWomen Across the Globe veranstalteten Webinars «Leveraging feminist networks for advocacy» (Feministische Netzwerke für Advocacy nutzen) teilten drei inspirierende und erfahrene Aktivistinnen ihre Erkenntnisse über die Rolle von feministischen Netzwerken in der Advocacy-Arbeit. Rabab Baldo (Sudan), Uma Mishra-Newbery (Schweiz) und Karen Tañada (Philippinen) verfügen zusammen über jahrzehntelange Erfahrung im feministischen Engagement, geprägt von unterschiedlichen Kontexten und Werdegängen.

Innovationspartner:innen

Mit unseren Feminist Peace Initiatives (FPI) unterstützen wir lokale und feministische Friedensinitiativen und -projekte unserer Netzwerkmitglieder. Das Ziel: Innovative Ideen für die feministische Friedensarbeit rasch, unkompliziert und zeitlich befristet fördern. Damit ermöglichen wir den Netzwerkmitgliedern, neue Ideen auszuprobieren, die ihren eigenen Prioritäten und denen ihrer Gemeinschaften entsprechen.

Kampagnen und Stellungnahmen

Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartner:innen und gleichgesinnten zivilgesellschaftlichen Organisationen nehmen wir öffentlich Stellung zu friedensrelevanten Themen und zu Verletzungen gegen Frauen- und Menschenrechte. Ausserdem ziehen wir Entscheidungsträger:innen zur Verantwortung und erheben solidarisch mit unseren Partner:innen unsere Stimme, wenn sie in ihren Ländern die Einhaltung von internationalen Menschenrechtsstandards einfordern.

Politische Kampagnen

Die Forderungen der Zivilgesellschaft verstärken

Wir lancieren und unterstützen politische Kampagnen und arbeiten mit gleichgesinnten Organisationen zusammen, um feministische Friedenspolitik voranzubringen.

Fund peace, not war

Kampagne

Im Herbst 2025 lancierten wir eine Kampagne auf unseren Social-Media-Plattformen, um auf die mangelnde finanzielle Unterstützung für Friedensförderung hinzuweisen. Wir zeigten auf, wie die exorbitanten Summen, die für Aufrüstung ausgegeben werden, stattdessen für friedensfördernde Massnahmen eingesetzt werden könnten - insbesondere für von Frauen geführte Initiativen.

Politische Arbeit im Netzwerk

Politische Arbeit ist ein Kernanliegen unserer Organisation und unseres globalen Netzwerks Feminists Connecting for Peace. Das Netzwerk und die damit verbundenen Aktivitäten bieten Aktivist:innen und Frauenorganisationen einen Raum, um Ideen und Methoden zu teilen, gemeinsam Strategien zu erarbeiten und zusammen politische Arbeit zu tätigen. Mit dem Netzwerk tragen wir zu unserem Ziel bei, politische Wirkung zu erzeugen.

Sicherheit mit Waffen und feministische Friedensförderung: Mit dem Dilemma umgehen

Positionspapier zu Militarisierung

Mehr als 2.700 Milliarden US-Dollar. Das sind die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024. Es ist der stärkste Anstieg dieser Ausgaben seit 1988. Diese erschreckende Zahl zeigt deutlich, dass die Welt in ihrem Streben nach Sicherheit zunehmend auf militärische Lösungen setzt. Im klaren Gegensatz dazu steht PeaceWomen Across the Globe entschieden für gewaltfreie Konflikttransformation. Wir sind überzeugt, dass dauerhafte Sicherheit nur durch inklusive Dialoge erreicht werden kann und nicht durch Waffen oder militärische Abschreckung.

Sustaining peacebuilding efforts in post-armed conflict settings

Beitrag im Fem*Fém Magazin 68

Im Magazin Fem*Fém 68 schreiben unsere Mitarbeiterinnen Liv Halperin und Camille Bernheim im Beitrag «Sustaining peacebuilding efforts in post-armed conflict settings» über die Förderung kreativer Handlungsfähigkeit, die Aufrechterhaltung von Friedensförderung und die Nutzung politischer Chancen als entscheidende Faktoren für die Schaffung einer friedlichen Gesellschaft nach bewaffneten Konflikten. Das mehrsprachige Magazin Fem*Fém wird vom Verein Feministische Wissenschaft Schweiz FemWiss veröffentlicht.

Medien

In Medien-Beiträge und -Interviews bringen wir unsere Arbeit und Positionen einem breiteren Publikum näher. Als Teil unserer Advocacy-Arbeit vermitteln wir Interviews mit Mitgliedern unseres Netzwerks Feminists Connecting for Peace.

Spenden

Wir verwenden Ihre Spende verantwortungsvoll und zeigen transparent auf, wofür wir Ihren Beitrag nutzen. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen!

Mitglied werden

Mit der Mitgliedschaft bei FriedensFrauen Weltweit erhalten Sie einen Insider:innenblick in unsere Programme und unsere Zukunftsplanung. Wir laden Sie zu Anlässen mit unseren Programmpartnerinnen und zu gemeinsamen Aktivitäten mit dem Team ein. Ihr regelmässiger Beitrag hilft uns, die Friedensarbeit langfristig zu planen und nachhaltig zu gestalten.