Im Rahmen des von PeaceWomen Across the Globe veranstalteten Webinars «Leveraging feminist networks for advocacy» (Feministische Netzwerke für Advocacy nutzen) teilten drei inspirierende und erfahrene Aktivistinnen ihre Erkenntnisse über die Rolle von feministischen Netzwerken in der Advocacy-Arbeit. Rabab Baldo (Sudan), Uma Mishra-Newbery (Schweiz) und Karen Tañada (Philippinen) verfügen zusammen über jahrzehntelange Erfahrung im feministischen Engagement, geprägt von unterschiedlichen Kontexten und Werdegängen.
Unsere Advocacy-Arbeit zielt darauf ab, politisch Wirkung zu erzeugen und eine feministische Vision von Frieden zu realisieren. Im Fokus steht die Umsetzung zentraler Menschenrechtsinstrumente, welche die Basis für eine friedliche und geschlechtergerechte Welt bilden.
Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartner:innen und gleichgesinnten zivilgesellschaftlichen Organisationen nehmen wir öffentlich Stellung zu friedensrelevanten Themen und zu Verletzungen gegen Frauen- und Menschenrechte. Ausserdem ziehen wir Entscheidungsträger:innen zur Verantwortung und erheben solidarisch mit unseren Partner:innen unsere Stimme, wenn sie in ihren Ländern die Einhaltung von internationalen Menschenrechtsstandards einfordern.
Zum Start der Ukraine Recovery Conference 2023, fragen wir den Vorsteher des Auswärtigen Amtes Bundesrat Ignazio Cassis in einem offenen Brief, inwieweit den Verpflichtungen der Agenda für Frauen, Frieden und Sicherheit an der Konferenz Rechnung getragen werden. Wir drücken ausserdem unser Bedauern aus, dass die Zivilgesellschaft, insbesondere die Frauenorganisationen, in dieser wichtigen Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine nicht miteinbezogen werden.
Frauen sind sowohl der Auslöser als auch die treibende Kraft der Protestwelle im Iran, die seit dem gewaltsamen Tod von Mahsa Amini in einem Umerziehungszentrum wegen «unangemessener Kleidung» das Land überrollen und zu massiven Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Kräfte geführt hat. Wir solidarisieren uns mit Frauen- und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für das Recht auf Selbstbestimmung einsetzen – so auch im Iran. Nebst Solidarität brauchen die Frauen im Iran jedoch vor allem auch konkrete Unterstützung. Wir rufen deshalb zivilgesellschaftliche Organisationen, Regierungen und die internationale Gemeinschaft auf, ihre Solidaritätsbekundungen mit den Frauen im Iran durch konkrete Massnahmen zu untermauern.
Als feministische Friedensorganisation mit Sitz und Wurzeln in der Schweiz unterstützen wir den feministischen Streik, die Anliegen und die Forderungen der Streikenden. Am 14. Juni und darüber hinaus. Wir tun dies, weil Geschlechtergerechtigkeit und feministische Friedensvisionen den Kern unserer Arbeit bilden, in der Schweiz und weltweit.
Ein Jahr nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gibt es keine Anzeichen auf einen Waffenstillstand, geschweige denn auf Frieden. Mehr als 200’000 Soldat:innen und, je nach Quelle, bis zu 50’000 Zivilist:innen haben seit dem 24. Februar 2022 im grausamen Krieg ihr Leben verloren. Täglich steigen die Zahlen und das Leid nimmt zu. Aus Anlass des Jahrestags des Angriffs stellen wir in einem erneuten Appell Forderungen, mit einem besonderen Augenmerk auf die Teilhabe und den Schutz von Frauen.
Frauen und Mädchen sind in besonderem Masse von bewaffneten Konflikten und Krieg betroffen. Trotzdem wird Friedenspolitik nach wie vor häufig als militarisierte Sicherheitspolitik verstanden, welche die besondere Situation von Frauen, strukturelle Gewalt, wirtschaftliche und soziale Disparitäten ausblendet. Politische Partizipation, Geschlechtergerechtigkeit und soziale Inklusion sind aber Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden. Als feministische Friedensorganisation setzen wir uns gemeinsam mit Partner:innen und Friedensaktivist:innen aus aller Welt für Friedensförderung und Demilitarisierung ein. Dabei streben wir einen strukturellen Wandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit an. Unsere Arbeit stützt sich auf allgemein anerkannte Menschenrechtsstandards und verfolgt einen ganzheitlichen feministischen Ansatz.
Mit der Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit hat der UN-Sicherheitsrat im Oktober 2000 einen Meilenstein in der feministischen Friedens- und Sicherheitspolitik gesetzt und damit die Agenda «Frauen, Frieden und Sicherheit» (WPS) ins Leben gerufen. Die WPS-Agenda steht im Mittelpunkt unserer Arbeit in allen unseren Programmen, in unserer Advocacy-Arbeit und in der Zusammenarbeit im globalen Netzwerk Feminists Connecting for Peace.
Welche Bilder löst das Wort «Friedensprozesse» bei Ihnen aus? Stellen Sie sich jahrelange Verhandlungen vor, die in einer Zeremonie münden, an der die Konfliktparteien ein Abkommen unterzeichnen, gefolgt vom Foto des Händeschlags, das um die Welt geht? Wir haben dieses gängige Bild hinterfragt und dekonstruiert und uns vertieft mit Friedensprozessen und der Frage auseinandergesetzt: «Wie beeinflussen Frauen Friedensprozesse?»
Mehr als 2.700 Milliarden US-Dollar. Das sind die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024. Es ist der stärkste Anstieg dieser Ausgaben seit 1988. Diese erschreckende Zahl zeigt deutlich, dass die Welt in ihrem Streben nach Sicherheit zunehmend auf militärische Lösungen setzt. Im klaren Gegensatz dazu steht PeaceWomen Across the Globe entschieden für gewaltfreie Konflikttransformation. Wir sind überzeugt, dass dauerhafte Sicherheit nur durch inklusive Dialoge erreicht werden kann und nicht durch Waffen oder militärische Abschreckung.
Friedensprozesse geschlechtersensibler gestalten
«Being a feminist in Albania»: Sevim Arbana, FriedensFrau und Frauenrechtskämpferin (Französisch, Englisch)
«1000 Frauen für den Friedensnobelpreis», Ruth-Gaby Vermot-Mangold, Präsidentin und Gründerin FriedensFrauen Weltweit (Deutsch, Englisch)
«Building peace across the divide», Susan Risal, Geschäftsführerin Nagarik Aawaz, unsere Partnerorganisation in Nepal (Englisch)
Yasmin Busran-Lao, ehemaliges Mitglied des Friedensverhandlungsgremiums der philippinischen Regierung für Gespräche mit der Moro Islamic Liberation Front (Englisch)
Kompakt, interessant und relevant: In unserem elektronischen Newsletter informieren wir Sie über unsere Anlässe, Projekte und unsere politische Tätigkeit im Ausland und in der Schweiz.
In dieser speziellen Ausgabe unseres Newsletters erfahren Sie, welche Stadien Friedensprozesse durchlaufen und wo und wie Frauen Einfluss nehmen, um Friedensprozesse anzutreiben und um Rückschritte zu verhindern. Damit Sie die graphische Darstellung von Friedensprozessen und den dazugehörenden Text selbst nutzen können, haben wir eine zusätzliche, abtrennbare Doppelseite angefügt. Sie erfahren auch, wie unsere Partnerin in Nepal mit generationenübergreifenden FrauenFriedensTischen dazu beiträgt, dass die vom Krieg betroffenen Generationen gehört und als Opfer der Kriegsgewalt anerkannt werden. Das Treffen mit Friedensaktivistinnen aus unserem Netzwerk Feminists Connecting for Peace, das Anfang Jahr in Bern stattfand, ist ein weiterer Fokus unseres Newsletters.
Im neuen Newsletter erfahren Sie, welche vorbildliche Arbeit die kolumbianische Wahrheitskommission geleistet hat, im Einbezug von Frauen und marginalisierten Gruppen – und welchen Beitrag wir dazu geleistet haben. Sie lesen ausserdem wie wir mit den Feminist Peace Initiatives Funken zum Glühen bringen und wie wir mit Frauen – dem Krieg zum Trotz – weiter am Frieden in der Ukraine arbeiten.
Gemeinsame Wege zum Frieden: So könnte die Überschrift dieses Print-Newsletters lauten. Denn die Frauen aus Kolumbien und der Ukraine, die in dieser Ausgabe vorkommen, befinden sich auf diesen Wegen – auch wenn in der Ukraine noch Krieg herrscht und in Kolumbien seit 2016 ein Friedensabkommen in Kraft ist.
Mit dem 2021 entwickelten Instrument Feminist Peace Initiatives finanzieren wir Projekte, die in unserem Netzwerk entstehen. Anlässe,die von uns oder unseren Partnerinnen organisiert werden, gebendie Impulse aus denen Neues entsteht und weitergegeben wird. Auchdas gehört zur feministischen Friedensarbeit.
Die kolumbianische Wahrheitskommission leistete vorbildliche Arbeit: Frauen, marginalisierte Gruppen und die Diaspora wurden aktiv in denProzess der Wahrheitsfindung und Aufarbeitung der Geschichte desbewaffneten Konflikts miteinbezogen. Das Mandat der Kommission ist beendet, die Friedensarbeit geht weiter.
Bereits vor dem russischen Angriffskrieg wurden Frauen in der Ostukraine kaum gehört, ihre Bedürfnisse und Anliegen ignoriert. Unser 2021 lanciertes Pilotprogramm öffnete den Frauen den Raum, Themen zu diskutieren und Forderungen zu formulieren, die ihren Alltagsicherer machen sollten. Wir knüpfen dort mit der neuen Women’s Platform for Peace an.
Die 2000 verabschiedete UNO-Sicherheitsrat-Resolution 1325 zu «Frauen, Frieden und Sicherheit» gilt als Meilenstein der Frauenrechte, weil sie erstmals eine Frauenperspektive auf bewaffnete Konflikte eingenommen und mehr Miteinbezug von Frauen in Friedensprozessen gefordert hat. Die Resolution ist für die Schweiz auch innenpolitisch relevant.
Artikel über den FrauenFriedensTisch, der im Mai 2019 in Popayan, Kolumbien, stattgefunden hat. Es war der erste von vier regionalen FriedensTischen, die Comunitar, unsere Projektpartnerin 2020 in Kolumbien organisiert hat.